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Putzfimmel/Antw. auf die Kolumne von E. Holst in Bild

Haben sie zufällig die Kolumne von Frau Holst am Samstag in der Bild gelesen?

Frau Holst beklagt sich da ja ein bisserl über ihren Mann, der nur in der Anfangsphase ihrer Liebe der perfekte Hausmann war und gekocht, gewaschen und gebügelt hat und jetzt bereits nach einigen Sekunden den Staubsauger wieder ausschaltet, weil sauber für ihn halt eine andere Bedeutung hat, als für sie.

Diese Einstellung zur Hausarbeit ist doch der beste Beweis dafür, dass wir Menschen im Zustand größter Verliebtheit Dinge tun, die eigentlich vollkommen wider der eigenen Natur sind.

Frauen zwängen sich zum Beispiel in einen rotes enganliegendes Kleid dass ihnen wie ein Korsett die Luft ab und den Bauch wegdrückt. Während Männer ihre Frauen immer noch am liebsten im fleischfarbenen Kleid, mit den Dellen und Einschusslöchern sehen.

Und Männer greifen im Zustand größter Verliebtheit plötzlich zu Staubsauger und Putzlappen.

Dumm nur, wenn beide in diesem Zustand dann auch gleich ihren kompletten Hausstand zusammen schmeissen. Denn nach ein paar Monaten lässt dieser Zustand nach und nach nach und der Mensch wird wieder normal.

Der Mann bekommt beim Anblick von Staubsauger und Putzlappen panische Angst wie ein Hund beim Gewitter. Nur mit dem Unterschied dass der Hund sich unterm Sofa verkriecht und der Mann im Schlafzimmer oder Hobbykeller.

Das sicherste Mittel um die Liebe auch nach Jahren immer noch frisch zu halten sind deshalb getrennte Wohnungen.

Der Mann kann seiner ausgesprochenen Tierliebe frönen und durch den äußerst seltenen und wenn, dann auch nur spärlichen Gebrauch von Staubsauger und Putzlappen, dafür sorgen daß sich seine Staubmäuse ungestört vermehren können.

Und die Frau muß sich nicht jeden Abend in enganliegende Kleider zwängen und auf schnellen Sex, der mit den Jahren ohnehin immer seltener wird, hoffen, damit sie aus diesen Plünnen raus kommt bevor sie ohnmächtig wird.

Getrennte Wohnungen haben aber noch viel mehr Vorteile. Sie ersparen sinnlose Diskussionen und perverse Kompromisse oder Zugeständnisse mit denen keiner glücklich ist.

Beispiel. Als ich noch verheiratet war stand irgendwann mal die Anschaffung eines Wohnzimmeresstisches an.

Wissen sie eigentlich wieviele Holzsorten es gibt? Wissen sie eigentlich aus wieviele Materialien außer Holz man einen Wohnzimmeresstisch sonst noch herstellen kann? Und wissen sie eigentlich in wievielen unterschiedlichen Formen und Größen es Wohnzimmeresstische gibt?

Meine Exfrau und ich waren was Form, Material und Größe betrifft in unseren Vorstellungen soweit voneinander entfernt wie Otti Fischer von seinem Idealgewicht.

Nach gefühlten 20 Jahren Diskussion und feilschen um wirklich jedes Detail einigten wir uns dann auf einen perversen Kompromiss mit dem keiner im Grunde glücklich war. Kiefer gelaugt und geölt. Vorne mit gedrechselten(!) Beinen, hinten mit glatten(!) Beinen.

Das Teil war eine Sonderanfertigung. Fürs gleiche Geld hätte ich mir auch 5 Jahre hintereinander, jedes Jahr eine Dauerkarte meines Lieblingsfußballvereins kaufen können.

Nur mit dem e i n e n Unterschied. Die Dauerkarte hätte ich nach meiner Scheidung behalten.

Den Tisch wollte keiner von uns behalten.

Mir war das eine Lehre. Ich lebe seit Jahren glücklich mit meiner Herzdame in getrennten Wohnungen. Ich züchte ungestört Staubmäuse und schnellen Sex haben wir nicht damit sie so schnell wie möglich aus dem engen roten Kleid rauskommt, was ihr die Luft abdrückt, sondern weil ich ihr fleischfarbenes mit den Dellen und Einschusslöchern auch nach vielen Jahren noch so erotisch finde wie am Anfang, weil dieses Kleid eben nicht jeden Abend neben mir liegt.

Und sie nach einer Nacht voller Lust und Leidenschaft am nächsten Morgen seelig in ihr Kissen schnorchelt und viel zu entspannt und müde ist um mit Putzlappen und Eimer durch die Wohnung zu toben.


5.9.10 13:20
 



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