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Oktoberfest in Hamburg

Ich lebe als gebürtiger Bayer jetzt schon eine Ewigkeit in Hamburg und fühle mich hier auch sauwohl. Ich danke dem Storch dass er mich vor einigen Jahrzehnten über Bayern und nicht über Sachsen oder dem Badischen abgeworfen hat, denn die Hamburger hören den bayerischen Dialekt sehr gern und so ist für mich Hochdeutsch bis heute eine Fremdsprache, die ich nur unzureichend beherrsche. Was sich in der sehr fantasievollen Auslegung der grammatikalischen Regeln und der Rechtschreibung, in meinen Blogs wiederspiegelt.

Die Hamburger hören aber nicht nur die bayerische Sprache gern. Sie mögen auch alles andere was sie irgendwie mit Bayern in Verbindung bringen. Mit Ausnahme von Ulli Hoeneß vielleicht.

Die Hamburger sind, ganz knapp hinter den Amerikanern, die größten Fans bayerischen Brauchtums. Das liegt wohl daran, dass die Hamburger so ziemlich jeden Trend von den Amis übernommen haben, wie z.B. Coffee to go oder dieses Gebäck mit den Löchern drin, ohne über den tieferen Sinn nachzudenken.

Deshalb verwandeln sich viele „meiner“ Hamburger die ich wirklich sehr mag, einmal im Jahr, in Dirndl und Lederhosen gekleidete, bayerisch-radebrechende Aliens.

Die Kinder feiern im November Halloween und die Erwachsenen einen Monat vorher Oktoberfest. Was optisch und akustisch absolut identisch ist.Nur mit dem Unterschied dass Halloween nach ein paar Tagen vorbei ist, während das Oktoberfest 2 Wochen dauert.

In diesen zwei Wochen tu ich als Bayer alles um nicht als Bayer aufzufallen. Das heißt ich lege ein zweiwöchiges Schweigegelübde ab, weil ich ja kein Hochdeutsch kann, oder ich fahre in diesen zwei Wochen in den Urlaub.

Denn wenn ich in dieser Zeit in Hamburg bleibe und auch nur einmal den Mund aufmache, dann werd ich zum Beispiel aufeinmal von Geschäftsführer meines örtlichen Supermarkts, in dem ich seit über zehn Jahren einkaufe und der trotzdem das ganze Jahr ansonsten so tut als würd er mich nicht kennen, zu seiner privaten Oktoberfest-Party(!) eingeladen und stolz wie eine Trophäe rumgezeigt.

Weil Bayern die nicht nur zu Besuch in Hamburg sind sondern auch hier wohnen, ungefähr so häufig anzutreffen sind wie Rainer Calmund beim Ballettunterricht. Und ich meine jetzt richtige Bayern und nicht die Franken, die beim HSV arbeiten.

Mir ist aber immer noch nicht ganz klar, warum der Hamburger das Oktoberfest mag und feiert, aber nicht den Fasching. Zum Fasching hat der Hamburger die gleiche Einstellung wie zum Gruppensex oder zum Blinken beim Rechts oder Linksabbiegen. Er weis was es ist aber tut es höchst selten oder gar nicht.

Ich hab jetzt auch keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Ich muß im Internet meinen nächsten Urlaub buchen. In 3 Wochen isses ja schon wieder soweit. In diesem Sinne. Pfiad eich.


5.9.10 19:30
 



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